Kulturstammtisch

Kulturstammtisch

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00:00:03: Die folgende Episode des Kulturstammtischs wurde im Rahmen einer Ausstellung aufgezeichnet, die bereits vorbei ist.

00:00:09: Selbstverständlich empfehlen wir jede weitere Ausstellung der Pop-Up Art Gallery Goldrasche.

00:00:26: Dieses der Kulturstamntisch.

00:00:27: mein Name ist Eric Fakon Hallo und herzlich willkommen.

00:00:31: oder auch mein Name isthallo und herzlich Willkommen am DADA.

00:00:36: Es geht In dieser heutigen Episode um Tata, eine künstlerische und literarische Bewegung die öfters auf durch Zufall gesteuerte Aktionen basiert hat.

00:00:45: Zu Gast sind wir in der Kunstpopup-Galerie Goldrausch in Zürich wo gerade einhundertzehn Jahre Tata gefeiert werden.

00:00:53: Ninzeinundsechzehn in Zyrich gegründete Bewegungen und zwar nicht allzu weit von dieser Galerie entfernt.

00:00:59: Ein unübliches Jubiläum.

00:01:00: mal nicht die hundert Jahr oder die fünfzig Jahre sondern die Hundertzehen.

00:01:03: noch besser wäre natürlich hundertelf gewesen aber Ja, der weiß.

00:01:08: Und nun wollen wir über diese Bewegung reden und über ihre Aktualität in heutiger Zeit.

00:01:13: Und zwar mit der Künstlerin Janet Berettini – die diese Ausstellung bestreitet mit ihren Werken, über die werden wir sicher noch reden!

00:01:20: Adrian Notz, Kurator, Dozent- und ehemalige Direktor & Künstlerische Leiter des Kabache Voltaire Entzürich und Raphael Urweider, Lyriker und Theaterautor.

00:01:31: Die Frage ist gestellt... Worin bestätten die Aktualität dieser Bewegung, die nun doch schon ein bisschen über einen Jahrhundert alt ist und trotzdem irgendwie überdauert hat?

00:01:41: Ich guck mal in der Runde wer will.

00:01:43: Also eine einfache Ansatz wäre zu sagen dass wir heute immer noch darüber reden ist quasi ein Zeichen dafür das es irgendwie aktuell ist.

00:01:52: Und in meiner Tätigkeit im Krabbevolte habe ich auch gemerkt dass immer so etwa im pubertären Teenager Alter entdecken viele Menschen da war weil diese rebellische Dimension hat.

00:02:04: Und ich hab gerne gesagt, dass es einerseits gibt's quasi Dada als Bewegung und dann gibts aber auch Dada also Geist oder Esprit...

00:02:12: ...als Denkensart?

00:02:13: Als Denkensauch.

00:02:14: Ich glaube die Bewegung ist klar einordnbar und der Geist ist das was eigentlich immer wieder weiterlebt.

00:02:22: Also ist ja jede Dada wie eine Weg, eine Tür.

00:02:27: Das würde hier in Niederdorf geöffnet, gefunden Und diese Weg geht weiter.

00:02:35: Es ist so, wie in der Lasco-Höhle Wanderung Kinder diese Höhle gefunden und diese Hölle schick immer noch nachrichten über unsere Geschichte.

00:02:48: Ich denke den Weg von da dar ist immer noch gültig und jetzt in dieser Zeit noch

00:02:56: mehr.".

00:02:58: Auf das werden wir sicher zurückkommen, Raphael noch als Sesse?

00:03:01: Ja, ich finde halt auch es ist sehr gut gealtert.

00:03:04: Also es gibt andere Kunststile oder Richtungen oder Bewegungen die dann irgendwie einmal ein bisschen Patina kriegen und vielleicht auch zu überschwänglich sind oder so.

00:03:17: aber Dada ist halt auch auf eine gute Art nicht nur rebellisch sondern auch ein bisschen distanziert also vom... machen her.

00:03:27: Also ich habe jedenfalls in meiner Arbeit als Autor Dadas sehr geliebt, auch als Teenager weil ich ja endlich mal was anderes schrieb als nur über mich zum Beispiel.

00:03:42: also man hat einfach durch diesen Antisinn oder Unsinn oder das wird die Sprache aus Material einfach sehr sichtbar und man sieht dass es eben gemacht ist finde ich hat heute auch immer noch Gültigkeit.

00:03:59: Bevor wir zur konkreten Arbeit hier drin kommen, hat es eventuell auch mit einer Distanz zum jeweiligen Zeitgeist zu tun?

00:04:09: Ich weiß nicht wie man Distanz in dem Sinne definieren würde.

00:04:12: aber also ich glaube was für mich immer spannend war und ist vielleicht das kritische Hinterfragen des Zeitgeists oder den mit absurden Mitteln, aber auch mit kritischen Mitteln oder Methoden befragen und umdrehen quasi.

00:04:33: Und ich glaube was vielleicht noch als Anschluss an die Frage von vorhin ist, glaube ich das hat damals vor hundert Jahren auch mit heute sehr einig ist es halt dieser technologische Fortschritt der Damals stattfand.

00:04:45: natürlich der erste Weltkrieg war direkt vor der Tür.

00:04:48: Heute haben wir auch in paar Kriegen nichts mehr oder weniger, also fast so direkt in der Ukeine.

00:04:55: Und es hat dieses Verhältnis der Künstlerinnen aus allen verschiedenen Disziplinen zu diesem technologischen Fortschritt das mich jetzt auch in meinem neuen Leben nach Dada quasi wieder zu Dada zurückgebracht hat auch ein bisschen.

00:05:10: Da werden wir sicher noch darauf zurückkommen was das genau beinhaltet.

00:05:14: Jetzt machen wir mal einen Blick herum hier in diesem Raum einem Goldrausch pop-up Galerie Janis, du hast diese Arbeit hier bestritten.

00:05:23: Natürlich der Einfluss S von Dada.

00:05:26: Die Arbeit besteht aus Schrifttafen in den verschiedenen Textsorten zu einem neuen Text zusammengeführt werden.

00:05:34: Ich gebe mal ein Beispiel, mein Klon und ich wäre es schuld zum Beispiel eine oder jetzt die teuerste Kunst der Welt an den Herd?

00:05:42: Wissen das jetzt?

00:05:43: wie ist denn die Arbeit entstanden eigentlich?

00:05:46: Ja also ich habe am Anfang Die Colasch-Technik von Tristan Zara genommen und habe ich am Anfang auch ein bisschen so spielen in Komposition her, aber danach bin ich mehr interessiert an den Spruch zum Undrehen und die Nachrichten umdrehen.

00:06:06: Das finde Berührt mich von da, da ist diese menschliche Seite anrufen.

00:06:15: Das war der Plan für die Industrialisation in der Zeit und wir jetzt haben hinten diese Hoch-Technologie.

00:06:24: Und was bleibt menschlicher?

00:06:28: Und dann genau in dieses Spruch mein Klond und ich werde schuld.

00:06:35: Es spricht ganz deutlich über diese Anfrage.

00:06:39: Also ich habe diese Projekte von zehn Jahren eingepackt und Peter draußen genommen, Tanks und Daniela Hediger.

00:06:48: Und ich revidiere diese Lesungen noch einmal.

00:06:52: und eine Freundin hat mir gesagt es ist wie ein Orackel weil in vor zehn Jahre die Anfragen bleiben immer noch offen und die Sprüche bleiben auch offen zum Denken darüber Ja.

00:07:10: Was ich sehr schön fand an der Arbeit ist, dass du ... Du hast das ja am vierten Februar angefangen und dann jeden Tag hundert Tage lang fast wie eine Hommage an Dada.

00:07:21: Und ich hab auch im KB Voltaire gesagt, wir fahren hundertfünfundsechzig Feiertage.

00:07:26: Ich bin danach jeden Morgen um sechs Uhr dreißig und habe eine Dadaistin vorgestellt.

00:07:30: Wir haben ein bisschen Ähnliches gemacht quasi wieso?

00:07:35: Man könnte sagen Da da geehrt, indem wir schön fleißig jeden Tag das Gleiche gemacht haben sozusagen.

00:07:43: Ich finde es sehr schön auch als Resultat einer sehr langen Performance im Prinzip.

00:07:51: Also hundert Tage lang.

00:07:52: Ja

00:07:52: und das war vom Physisch also für Zeitung drückte an Internet.

00:07:57: Das waren meine erste Projekte in Instagram.

00:07:59: ich habe keine Ahnung was sollte ich mit Instagram machen?

00:08:03: Und dann ist in Instagram jeden Tag publiziert, bevor zwölf Uhr.

00:08:09: So habe ich angefangen eine Gesellschaft zu treffen und die Leute verstanden diese Idee, diese Konzepte.

00:08:17: Und nachher wollte ich auf den Physisch wiederbringen.

00:08:22: Das ist auch über Zeit eine Anfrage der Nachrichten sterben an Tag, kommen neue Nachrichten aber diese Botschaften ... sterben nicht.

00:08:35: Und das ist diese Spiele mit der Zeit her, oder?

00:08:38: Dafür wird es nach Hundertzehn immer noch in der Zeit bleiben.

00:08:48: Ja ich finde die Ausstellung auch sehr schön und eben... Ich glaube auch dass... Also ich hätte jetzt nicht gesagt wie... also ich könnte jetzt nicht sagen wann das gemacht wurde.

00:08:59: Es ist wirklich, wie du sagst wirkt sehr aktuell Und ich glaube es eben wirklich auch damit zu tun hat, dass die Sinnlehre auch ein bisschen zeigt von Schlagzeilen.

00:09:15: Weil eben die Schlagzeugen durcheinander gemischt werden merkt man auch wie viele Wörter aus Müllmann eigentlich die ganze Zeit braucht.

00:09:25: oder den man begegnet.

00:09:27: und mich erinnert dann an eine Aussage von einem Künstler Das Pragerpoetismus, das war ja fast gleichzeitig ein bisschen später als Dadaismus und der hat mal gesagt, wenn ich Tisch schreibe, sieht niemand einen Tisch.

00:09:47: Aber wenn ich den Tisch vor dem Fenster durchfliegen lasse dann sieht man den Tisch weil wenn man muss die Objekte aus ihrer vertrauten Umgebung rausnehmen damit man sie überhaupt wieder sieht und wahrnimmt nicht nur dass Wort einfach das leere Wort da steht Und ich glaube, das hast du auch ein bisschen gemacht.

00:10:07: Du hast Worte aus dem Zusammenhängen rausgerissen und neue Zusammenhänge geschaffen.

00:10:14: Dadurch treten die Worte auch hervor – und das finde ich schon sehr schön!

00:10:20: Da können wir gerade anschließen... Die Frage ergibt sich natürlich….

00:10:24: Wie viel ist dabei Zufall?

00:10:27: Wie viele?

00:10:28: Also du hast jetzt irgendwie versorgesicht.

00:10:30: Zwanzig Schnipsel vor dir und hältst dich untereinander und dann guckst du was ergibt es?

00:10:35: Oder sammeltest du schon mit einer Absicht diesen Texte?

00:10:39: Also von dem Prozess her, ich habe einen ganzen Tisch durch den Zeitzerbieren mit den Worten.

00:10:48: Und manchmal war der ich um elf Uhr verliebt auf eine Wort und ich wollte etwas sagen mit dieses Wort.

00:10:56: Ich hatte keine Lösung gehabt und dann sollte wieder anfangen... Und dann manchmal habe ich nur fünfzehn Minuten zum Etwas Fotografieren und Ausgeben.

00:11:07: Das hat mich in dieser Druck sehr lieb.

00:11:11: Ich funktioniere sehr gut unter Druck, dass diese Disziplin jeden Tag mich in eine Flow gebracht und meine Familie zurückgemacht.

00:11:26: Weil das war zu Hause und mein Mann war meine Editor, weil ich brauchte... Schau mal was ist der Spruch von heute?

00:11:35: Und dann hat er gesagt.

00:11:36: Er hatte gelachelt manchmal.

00:11:37: und dann habe ich gesagt, dass es gut ist.

00:11:39: Und er hat gesagt, als Deutschsprecher werde ich nicht so etwas bauen aber es ist gut!

00:11:46: Braust du hier eine N oder ein E?

00:11:52: Das wäre eigentlich meine nächste Frage gewesen.

00:11:54: Könntest du so etwas auf Spanisch auch?

00:11:58: Oder war die Distanz zum Deutsch wichtig jetzt für diese Arbeit?

00:12:03: Ja, ich habe von dem Jahr zwölf mich entschieden, Deutsch zu reden und dann ... das war für mich wichtig.

00:12:14: da aus Deutsch machen, nicht aus Spanish.

00:12:18: Also ich als Venezolanische und war von Mexiko sechs Jahre, ich war begeistert hier zu sein für die hundert Jahre da.

00:12:27: Das war für mich den Geschenk in meines Lebens!

00:12:31: Kennst du einen mexikanischen Dottelisten?

00:12:36: Vielleicht Abran-Cruspellegeas wäre eine...

00:12:39: Oder die Estrientistas gab es ja auch.

00:12:42: aber ich meinte eigentlich sanke ich ein Schweizer und der Autokraubern war ein Boxer und Poet, ne, für von Oscar Wilde.

00:12:49: Und er ist dann, nach Mexiko gekommen und ist dann zuerst in Mexico City.

00:12:56: Er hat auch geboxt dort und ist im Süden von Mexican Oaxaca in Dort verschwunden und verschollen.

00:13:06: Er war zusammen mit Mina Loy, eine Dichterin, auch eine Frau die das erste feministische Manifest geschrieben hat Sie dann mit einem Schiff nach Buenos Aires gefahren ist, vielleicht zu Borges.

00:13:20: Und er wollte mit einem schiff nachfahren und ist dann aber verschwunden.

00:13:24: Aber wahrscheinlich ist er eher irgendwie umgekommen in Mexiko weil er zu provokativ war oder sowas.

00:13:32: Interessante und auch sehr poetische Geschichte!

00:13:34: Mit einem unklaren Ende das es ja immer das schönste an der Poesie jetzt.

00:13:38: Raphael du als Lyrika kennst du diese Arbeitsweise?

00:13:43: Ich habe jetzt gerade gedacht... Die Arbeitsweise klingt gar nicht so dataistisch.

00:13:48: Du redest von Disziplin und Regelmäßigkeit, aber ich denke halt, dass oft das Resultat nichts mit der Arbeit zu tun, also wie es entstanden ist.

00:14:02: Ich glaube auch nicht, wenn man manchmal Kunst sieht, denkt man ja, er war doch besoffen, wenn er das gemalt hat oder so.

00:14:10: Dabei ist es ja oft so, dass die Leute dann irgendwie eigentlich sehr ... nüchtern vorgehen.

00:14:16: Also für mich war es halt Taddaismus schon auch sehr wichtig, weil ich in einer Zeit in die Schule ging wo man einfach nur sogenannte Nachkriegsliteratur gelesen hat und das war alles immer sehr ernst und sehr sinnbeladen... Und auf

00:14:35: den Krieg bezogen sowieso?

00:14:36: ...und natürlich

00:14:36: sehr auf den krieg und das leidenbezogen und so und düster.

00:14:41: und diese Erfrischende Sinnlosigkeit hat mich schon auch ein bisschen befreit.

00:14:49: Und ich habe gedacht, ah vor dem Krieg da gab es ja auch Literatur und Leute usw.

00:14:56: Das war lange nach dem Kriege eben, sagen wir mal, kaum irgendwelcher Dataismus ... Greifbar, also es war sehr schwierig irgendwie.

00:15:07: Wir wurden nicht mehr wirklich gedruckt länger bis vielleicht fast in die sechziger Jahre wenn nicht wenn mir das recht ist.

00:15:15: Es ist vielleicht sogar ich würde eher sagen wird fast das Gegenteil behaupten weil da der ja eigentlich erst nach dem zweiten Weltkrieg so richtig entdeckt wurde und das war ja die Zeit in den Ende fünftiger an von sechzig Jahren wo dann Die alten Herren, das waren vor allem die Männer, die das dann gemacht haben.

00:15:32: So die Wiener Gruppe

00:15:33: oder so?

00:15:34: Nein ich meine die Dadaisten also Raul Hausmann und so weiter oder Tuchon und so.

00:15:39: Die haben dann alle als man gemerkt hat oh Dada ist irgendwie an Wog, haben sie alle ihre Geschichte von Dada publiziert und ihre Dada Historie geschrieben.

00:15:50: Und auch das Buch von Welker das zu mir gezeigt, dass es ja auch aus dieser Zeit... Ja, in den Sechsten und Sechzig.

00:15:56: Also vierundvierzig war die erste Auflage ja.

00:16:00: Ein

00:16:01: Stichwort ist jetzt wieder aufgekommen bei euch beiden nämlich das mit dem Alter.

00:16:05: Warum ist es so attraktiv?

00:16:08: Wie hast du gesagt diese erfreuliche Sinnlosigkeit?

00:16:11: Erfrischende Sinnlosigkeiten!

00:16:14: Warum ist das besonders attraktive für Leute die siebzehn oder achtzehnt sind?

00:16:21: Ich glaube ja weil vielleicht weil man in der Schule oder an der Uni eigentlich zu Sinn gezwungen wird.

00:16:31: Man muss eigentlich alles, was man macht, irgendwie sinnvoll und nachvollziehbar sein.

00:16:37: Und ich glaube das rebellische ist eben auch dass sich verweigern dieser ... der Logikverweigeren eigentlich auch wahrscheinlich und dann eine Freiheit spüren dadurch ja Und für mich war das schon sehr wichtig.

00:16:53: Ich bin dann über Data zur Wienergruppe gekommen und so weiter, die ganzen Nachkriegs ... Das war ja auch eine Protestbewegung nach dem Krieg, die auch mit einer ähnlichen Mittelsinnlosigkeit oder auch schockiert hat.

00:17:13: Die hat wirklich Wien schockert mit irgendwelchen komischen Umzügen in in seltsamen Kostümen und Manifeste vorgetragen, ohne wirklich einen Inhalt usw.

00:17:28: Die Eintonmusik wurde erfunden in dieser Zeit und solche Dinge.

00:17:33: Und das hat halt schon was ... Wir haben dann auch als Gymnasiasten Lesungen gemacht und Musik dazu und so und haben uns sehr künstlerisch gefühlt dabei natürlich.

00:17:47: Also ich denke dass wir Wir müssen auch denken über Monteverita.

00:17:53: Also Dada, ich denke ist krass voll weil war in der Stadt südisch und da war schon eine Szene getroffen.

00:18:04: aber die Dadaisten haben viel zu tun mit den Monteveritanen das schon in Ascona Eskandalisiert haben und auch über die schöneste Stadtleben infrage gestellt.

00:18:20: Tata ist wahrscheinlich vegetarisch!

00:18:22: Ja, und Hippie auch!

00:18:26: Ich habe das immer so verglichen dass es eine Zeit war während dem Weltkrieg wo ja ganz viele Ideologien aufkam also Kommunismus Sozialismus Pazifismus Und so weiter.

00:18:39: Das ist vielleicht eher hier in Zürich, da gab ich auch einige Anarchisten und Pazifisten die zu der Zeit hier waren.

00:18:47: Auf dem Monte Verita war es ja dann eher Vegetarismus oder Nutismus oder Theosophie

00:18:51: usw.,

00:18:52: das waren quasi die Hippis und hier in der Stadt die Punks.

00:18:56: Die Brücke haben eigentlich die Laban-Tänzerinnen gemacht weil sie einerseits im Sommer dort nackt im Wald und am See tanzen waren mit Sophie Täuber zum Beispiel, die auch eine Laban-Tänzrin war.

00:19:11: Aber dann auch mit den Dadaisten hier vor Ort, die dann mehr so Background-Music gemacht haben.

00:19:17: Haben sie in der Galerie da performance gemacht zusammen und so sind dann auch die Dadaistinnen wieder auf den Montiverital gekommen.

00:19:26: Hugo Ball ist ja auch da in der Nähe gestorben obwohl er glaube ich nie wirklich ein Montiveritar war.

00:19:33: Er war mehr so der Einsiedler, Mystiker Typ Aber er

00:19:36: wurde dann, glaub ich schon ziemlich gläubig oder nicht im Alter.

00:19:39: Oder da ist sich mich da?

00:19:41: Ja also...

00:19:43: Also religiös in jedem

00:19:44: Sinne.

00:19:44: Im Alter ist ein bisschen übertrieben weil er mit vierzig gestorben ist.

00:19:47: Also ja gut.

00:19:48: Aber

00:19:48: spätere

00:19:49: Leben so.

00:19:52: Ich weiß es, ich glaube für mich war er eigentlich immer schon religiöse.

00:19:56: Weil das gibt ja dieses berühmte Bild von ihm als bischof.

00:19:59: magischer Bischoff hier in Krawal-Wolter wo die Lautgedichte vorträgt und dass dann auch so anfängt zu lamentieren, wäre ein Priester in der Kirche.

00:20:07: In der katholischen Kirche und er kommt ja aus Süddeutschland im Pirmasens wo auch Ministrant war und so.

00:20:14: und er schreibt ja auch in seinem Memo an dass er also das als er so lamentiert hat hatte sich wieder daran erinnert als er auch ein Teenager war und dann den Lippen des Priesters hing.

00:20:26: es hätte jetzt eine ganz neue Konnotation heutzutage Aber ich glaube, das war nicht so gemeint.

00:20:32: Und er sagt ja auch in seinem Dada-Manifest, dass er dann später im Zufdass zur Waug vorgetragen hat – wie erlangt man die ewige Seeligkeit, indem man Dada sorgt?

00:20:44: Und dann noch später, der

00:20:46: XXIII.,

00:20:46: hatte tatsächlich über Mystiker geschrieben und hat das byzontinische Christentum.

00:20:54: In seinem Tagebuch, als mir Dada begegnete, wurde ich von Dionysius gerufen.

00:20:59: Also Dionysus areopageta d-a d a also für ihn war's.

00:21:03: Prinzip Dada schon eigentlich eine spirituelle Erleuchtung aber es dann später wieder sehr stark zum Kotolizismus zurückgekehrt.

00:21:13: Die Zeit des Teenager Tums Wieder die Jugend wo man ganz heftig auf der Sehnsuche ist natürlich oder?

00:21:18: Genau.

00:21:19: Dann führt uns das wieder zu der Frage warum ist das dann besonders attraktiv dieses Sender?

00:21:24: Ja, da müssen wir vielleicht jetzt Psychologinnen herbeiziehen.

00:21:29: Oder HirnforscherInnen?

00:21:31: Der Frontalkortext ist ja in der Zeit entwickelt er sich erst gerade richtig.

00:21:36: Vielleicht ist es deshalb empfänglicher für Dada weil man auch nicht so rational denken kann.

00:21:42: ich glaube ein wichtiger Punkt und das deckt sich auch mit dem was du gesagt hast Raphael Kunstbewegungen wie zum Beispiel auch Punk oder die Situationisten und so weiter, die ja alle dieses Auflehnen gegen die Norm haben.

00:21:57: Und das ist natürlich etwas dass wir als Teenager eh tun müssen um quasi erwachsen zu werden.

00:22:04: Ja und eben also es war für mich auch eine Auflehnung gegen die Sündtags, Aufleinung gegen den Satzbau.

00:22:12: Es war wirklich eine tiefe Bewegung für mich Und das macht ja schon irgendwie Spaß im Kopf, wenn man Unsinn produziert.

00:22:24: Es ist schon auch, finde ich hat was Lustiges und Teenager sind oft depressiv und vielleicht ist es eine Möglichkeit auch ein bisschen fröhlich zu werden.

00:22:38: Also ich habe da immer etwas Fröhliches empfunden.

00:22:41: Ich weiß nicht wie das bei euch ist.

00:22:44: Als Teenager habe ich tatsächlich mehr für Surrealismus interessiert.

00:22:48: Und dann ist er da daneben bei und wir haben auch das so ein bisschen, wie du auch erklärt hast, ein bisschen reenaktet also diese Bauhaus wo man dann was weiß was sich Poker spielt und Jazz hört oder auch spielt und raucht und liefst und so schwer einen Wein trinkt, Gold war aus Zigaretten.

00:23:05: Also auch Existenzialismus.

00:23:07: Ich wurde gerade schwarz gekleidet und dann schwarze Sperre drauf.

00:23:11: Ja, für mich ist es total anders.

00:23:13: Ich bin aufgewachsen in Caracas und ich war schon von acht Jahren fast eine Strasskind.

00:23:21: Ich habe immer auf die Straße gespielt mit meiner Wählung meine Freunden.

00:23:26: Wenn du über Mexiko denkst das sind die Hauptsache der Alltag des Surrealismus.

00:23:33: also es ist schon in Venezuela hast du die Realismus magische religiös.

00:23:41: Also, die Kultur ist schon umgedreht.

00:23:45: Dafür habe ich mich hier in Europa so gewohnt mit der Idee oder das habe ich wirklich mich gespiegelt

00:23:55: sehr gut.

00:23:58: Jetzt was anderes Adrian du hast angesprochen dass es dir wieder begegnet in deiner Arbeit und das passt zu heutigen Zeit.

00:24:04: jetzt möchte ich diesen Ball mal diesen Faden aufgreifen.

00:24:07: okay Wie denn?

00:24:11: Also meine heutige Arbeit, ich bin eigentlich was Paralleles zu Dada und zu dem, was ich nach der Pandemie gemacht habe.

00:24:17: Es sind quasi AI ist das sich von beiden als ich angefangen habe keine Ahnung hatte.

00:24:24: Und also bei AI angefangen hatte und weil ich gerade an der ETH war wurde ich viel zu Talks eingeladen.

00:24:31: Und weil ich ja keine Ahnung von AI hatte hab ich einfach über Dada gesprochen und diese Parallele gemacht wie wenn wir betrachten wie damals Der technologische Fortschritt, am Beispiel des Flugzeugs.

00:24:43: Das war der Jahr drei, irgendwie vierzig Meter weit flog und im Himmel gab es Flugzeuge die aufeinander geschossen haben.

00:24:52: Das sind so zwölf Jahre, wenn man sich das vorstellt ist das ziemlich extrem.

00:24:57: Und ich habe dann einfach auch geschaut wie die Dadaisten darauf reagiert haben.

00:25:03: Es war hier in Europa natürlich viel kritischer weil man den ersten Weltkrieg direkt vor der Haustür hatte

00:25:10: den ich aus dem Krieg mit großer technologischer Entwicklung.

00:25:13: Genau, also wo eben zum ersten mal Flugzeuge, Panzer, Gasbomben etc.

00:25:19: eingesetzt wurden.

00:25:20: und Hugo Ball meinte damals hat das sehr kritisch gesehen und meinte ja jetzt werden quasi Maschinen bringen Menschen um.

00:25:29: es wird dann mehr in Ordnung sein wenn Maschin gegen Maschinkämpfen und wenn man das quasi auf heute übersetzen könnte sagen okay sind autonome Systeme z.B.

00:25:38: Drohnen die nur gegeneinander fliegen würden, wir sind leider noch nicht so weit.

00:25:44: Genau.

00:25:44: und dann gab es andere Dadaistinnen wie Picabia zum Beispiel in New York der die Maschine quasi direkt Aufnahme in sein Atelier und Maschinenzeichnung gemacht hat oder auch mit den russischen Futuristen die ja auch zum Teil eng mit den Dadaisten zu tun hatten.

00:26:03: also was weiß ich Malewicz oder Lisitzki usw.

00:26:06: Die haben mir diese Idee der Maschine und des Ingenieur-Tums neu zelebriert.

00:26:13: Und quasi Künstlerinnen und Ingenieurinnen zusammengebracht und gesagt, das sind die Menschen jetzt eine neue Weltform in diesem Sowjetkontext.

00:26:25: In Italien ja auch oder glaube ich die Futuristen?

00:26:28: Ja und dann war da

00:26:31: auch wieder Anfang vom Design also vom Italienischen.

00:26:34: können sie sagen, Erbschaftslinie nach heute verfolgen.

00:26:39: Also dann mit irgendwie den Wugtemaschen Russland Bauhaus Black Mountain College etc... Und der andere Aspekt was ich spannend fand ist wenn wir heute über AI und AI-Kunst sprechen, dann gibt es ja diese generativen Programme wo man so Begriffe nutzt die sehr mit Zurelismus eigentlich zu tun haben.

00:26:59: also die Maschine träumt oder sich halluciniert und so und die Art und Weise wie das bedient wird hat sehr viel auch mit Zufall zu tun.

00:27:09: Also man promptet irgendwas, irgendetwas kommt raus und dann wird es noch korrigiert.

00:27:14: Und ein weiterer Aspekt den ich ja so als Parallele gerne mache ist das was sie da dessen ja damals gemacht haben mit ihren Technologien also mit ihren Bedienungsanleitungen im Prinzip wie du das ja auch genutzt hast schau nicht mit quasi Zeitungsschnipsel ausschneiden und Gedichte schreiben oder Fruttage oder Form hinschwerfen Hans-Aub quasi als Form nutzen, dass der Zufall und andere Methoden als kreatives Mittel zugänglich zu machen für alle.

00:27:47: Also zu zeigen das alle kreativ sein können.

00:27:50: Und dieses Versprechen hat ja AI jetzt heute auch wieder.

00:27:53: also ich finde es erstaunlich, dass Kreativität in diesem Kontext sehr oft auftaucht da noch bewusst sein und keine Ahnung aber das ausgerechnet mit diesen Algorithmen, was ja quasi das Gegenteil von Kreativität ist.

00:28:08: Jetzt wie neue Zugänge zu Kreatividät geschaffen werden.

00:28:12: Ja wollte ich grad fragen weil für mich ist der Eindruck als würden ganz viele Menschen dann quasi eh die eigene Kreativity überantworten?

00:28:20: Ja also es gibt so... Ich würde sagen man muss ein bisschen unterscheiden von welchen Menschen man spricht und ich will das nicht werten.

00:28:27: Der Mensch immer allgemein.

00:28:29: Nein

00:28:29: aber es gibt Untersuchungen auch an der ETH zum Beispiel in diesem Management Kontext, dass sie... Da geht es natürlich darum, dass man in Firmen möglichst viel Kreativität von den Mitarbeiterinnen quasi ernten kann.

00:28:42: Kriegen kann ja

00:28:43: umsonst und da meinen Sie das ist ein Zugangsschaff zu Dingen die man als kreativ bezeichnet sprich Gedichte Malereien Bilder usw.

00:28:55: Und dann haben viele Leute wie das in diesen Untersuchungen heißt Low-Level Creativity sind, also nicht.

00:29:04: wir haben dann wie einen einfachen Zugang zu dieser Welt und das eröffnet sich schon in diese Art von Kreativität.

00:29:14: Also ein schnellerer Zugang.

00:29:18: Und wenn wir in der Skalierung bleiben wollen und von High Level Creativity sprechen gibt es natürlich auch viele Künstlerinnen die das eigentlich wie Wissenschaftlerin und EntwicklerInnen einfach auch nutzen und weiterentwickeln.

00:29:32: Und das ist aber immer noch sehr... Also da kann man nicht einfach nur prompten, dann entsteht halt das Cooles.

00:29:39: Also eben hier Papier, Schere- und Klebstift?

00:29:44: Und Instagram!

00:29:46: Und

00:29:47: Instagram hat ja die Disziplin gebracht, dass ihr das jeden Tag bis zwölf vormachen musst.

00:29:52: Und

00:29:52: darum sind alle Bilder quadratisch oder?

00:29:56: Das ist ein Instagram-Format.

00:30:00: Genau,

00:30:01: die Anfrage von der Internet schon auf den Physischen.

00:30:06: Und das ist ja auch wieder... Entschuldigung, eine Parallele, die man sagt, wenn wir über da reden, dann kommt es bei mir so aus.

00:30:15: Dann fange ich an zu Mansplaining.

00:30:19: Also was ist halt auch ne weitere Parallei?

00:30:21: Auch dass die da ist, die denn damals ... Massenmedien genutzt haben und das waren damals ganz neue Technologien.

00:30:29: Und genauso machst du das ja auch heute, dass man quasi die neuesten Technologin nutzt um eine Plattform für die Kunst zu finden.

00:30:39: Ja, ich denke vielleicht auch, dass unsere Kunst, also die menschliche Kunst auch ganz anders noch sehr beeinflussen wird.

00:30:49: Also eben, dass es auf eine Art vielleicht zu einer Verweigerung kommen... kann oder dass es wieder mehr Punk gibt, vielleicht?

00:30:57: Oder mehr Free Jazz- oder einfach Dinge die eben nicht sozusagen eine Antwort sind.

00:31:04: Sondern eine Frage.

00:31:06: Weil AI ist ja eigentlich immer am Beantworten und will immer... ...gibt sie auch nicht zu wenn etwas nicht weiß.

00:31:15: Und ich glaube dieses Fragende und das eben Zufällige Also es hat einerseits in der AI gibt's Zufälle, aber sagen wir mal, in der menschlichen Kunst gibt das natürlich auch eben Methodenzufälle herzustellen die AI dann wiederum vielleicht nicht kann.

00:31:33: Würde ich mal sagen also zum Beispiel Lyrik hab' ich noch keine Gute gelesen von...

00:31:38: Das kann ja vielleicht...

00:31:40: Weil Lyrik ist eben auch eine Frage und keine Antwort.

00:31:43: Ja also ich würd sagen AI kann keine Lyrik, kann auch keine Geschichte schreiben in dem Sinne.

00:31:49: Aber Wir sind ja immer noch in diesem Moment, wo wir sagen, das ist von AI geschrieben und vielleicht werden wir bald in drei Wochen oder so sagen.

00:31:57: Das ist von einem Menschen geschrieben, dass dann quasi diese menschlichen Qualitäten jetzt nicht nur im Schreiben sondern auch im Handwerk

00:32:04: usw.,

00:32:06: eine ganz neue Gewichtung kriegen.

00:32:07: Dass es plötzlich viel wertvoller wird, weil es nicht automatisiert ist.

00:32:12: Handschriftlich sogar!

00:32:17: Ich denke, dass im Vergleichen Was wir nicht bei der KI finden, ist diese Kurven, die wir manchmal plötzlich in unsere Leben nehmen.

00:32:33: Diese Kurve von Entscheidungen, dass wir selber überraschen sind vom uns und das ist was für mich faszinierend.

00:32:47: Wenn du in den Kreativprozess bist Plötzlich machst du eine Kurve.

00:32:52: Und in dieser Kurve findest du etwas,

00:32:55: oder?

00:32:56: Und den Kai finde ich so gerade.

00:32:58: So viel alles

00:32:59: eingepackt.".

00:33:01: Also ich glaube auch dass die Selbstüberraschung extrem wichtig ist im kreativen Prozess.

00:33:09: und also ich glaube der Mahler Lucian Freud hat mal gesagt er mahle einfach immer solange an einem Bild bis ein Umfall passiert.

00:33:17: Vorher interessiert es ihn nicht, wenn er zu viel Farbe am Pensel ist und dann läuft etwas runter oder etwas kippt um und macht einen Fleck.

00:33:26: Und von da

00:33:27: an

00:33:28: beginnt erst die richtige Arbeit für ihn.

00:33:33: Ich glaube beim Schreiben oder beim Bilder herstellen ist diese... Das ist fast eine Art Hühnerhautmoment, wenn irgendetwas passiert was man eben nicht erwartet hat oder überhaupt nicht weiß woher es kommt.

00:33:49: Und das hat wahrscheinlich die KI auch.

00:33:55: aber ich muss schon sagen dass ich bis jetzt immer noch sage ja das ist nicht schlecht für KI so.

00:34:00: also es wird natürlich.

00:34:02: vielleicht in drei Wochen wird das anders sein.

00:34:05: Aber ich finde, ich habe jetzt noch nichts gesehen, was ich gefunden habe.

00:34:08: Das ist jetzt unglaublich toll!

00:34:10: Also eher das Gegenteil, dass ich irgendwie etwas Tolles sehe und dann hoffe es sei nicht KI so... Und das ist meistens auch nicht KI hier.

00:34:21: Ich glaube, Janet hat noch was ganz Wichtiges angesprochen.

00:34:23: Dass er mit dem Zug gerade mit Kurven.

00:34:28: bildlich ausgedrückt, wenn ich von künstlicher Intelligenz hergestellte Stimmen höre habe ich immer das Gefühl, da fehlen die Fehler.

00:34:39: Die jeder Mensch beim Sprechen halt so macht.

00:34:41: und

00:34:43: ja...

00:34:44: Schon besser geworden jetzt?

00:34:45: Ja

00:34:46: natürlich immer wieder!

00:34:48: Lithbündestimmen kann man jetzt auch...

00:34:50: Ja natürlich also die sind bei dem Rad meistens auch sehr selten.

00:34:52: aber trotz allem, ja man merkt einfach Infektionen Aber wer weiß wo es hinführt ist natürlich schon so.

00:35:00: Ich hab hier noch zwei Sätze einen schönen Erklärungssatz um uns wieder mal ein bisschen auf den Boden zurück zu bringen und er hat mit der Bedeutung von da zu tun.

00:35:10: Es

00:35:11: gab ja mal diese berühmte amerikanische Band, die ist Talking Heads und David Byrne war der Kopf von denen.

00:35:16: Die haben mal einen Text vom Hugo Ball vertont.

00:35:20: Ich zähl' mir auch!

00:35:21: Und es gibt ein schönes Live-Video das ich allen nur empfehlen kann woher das Ganze einführt und sagt dazumals hätten sie...die Dataisten hätten Nonsens verwendet um die Welt die keinen Sinn machte sind zu verleihen.

00:35:36: Sie meisten Leute werden da hingucken und denken, was für einen Sinn.

00:35:39: Aber wie gefällt euch das Situation?

00:35:43: Ja es macht Sinn!

00:35:50: Ich denke immer gerne bei noch mal einer dieser alten Herren zu zitieren, bei Kurt Schwitters hat er sich immer sehr schön definiert.

00:35:59: Es ist lustig dass quasi zu Beginn von Dada Hugo Ball und zum Ende von Dader Kurt Schwitter beide dass wir so ein bisschen theoretisch geraumt haben.

00:36:07: Und Kurt Schwitters meinte, dass man ja Dada auf drei Arten sagen kann.

00:36:13: Man kann Dada sagen oder einfach Dada.

00:36:16: und er meinte dann, dass Dada mit der Betonung auf dem Ersten das klingt wie ein besoffener Russe oder was auch immer.

00:36:26: Also es klingt vulgär.

00:36:28: Das heißt ja auch Ja auf Russisch?

00:36:30: Genau.

00:36:31: Oder auf Rumänisch.

00:36:32: Aber Dada hat ein Elan, es ist so französisch.

00:36:35: Es ist Metropolitarn und es hat Werf und alles.

00:36:39: Das ist das Dada von dem sie sprechen.

00:36:41: Und Dada ist, wie sagt man, indifferent.

00:36:46: Also es ist das was quasi die Kunstkritiker sagen weil sie nicht verstehen.

00:36:51: Und er meint dann dass Dada sei der Stil unserer Zeit, das ist quasi Vulker plump und so weiter.

00:36:59: So ein bisschen locker room talkmäßig Und Dada ist quasi die Medizin gegen Dada.

00:37:07: Ich glaube, so macht es vielleicht Sinn weil sie auch schon Dada eine Antikunstbewegung war und für Kurt Schwitters war dann als Folge davon März das was wieder Kunst bringt und Form bringt.

00:37:23: wie mit Dada konnte man alles ein bisschen aufrühren um eine neue Ordnung zu schaffen die wieder mehr Sinn macht.

00:37:33: Ja, ich habe jetzt also auch in Vorbereitung auf diese Aufnahme einige Surrealisten wieder gelesen und hatte plötzlich so das Gefühl dass diese Gleichzeitigkeit von Formen und Inhalt ohne zu erklären hat irgendetwas ganz starkes.

00:37:58: Und ich habe mir dann irgendwie gedacht, das Beschreiben ist eigentlich immer auch verharmlosen.

00:38:04: Also solang sich etwas noch beschreiben lässt, ist es nicht so schlimm.

00:38:08: Und wenn du dann aber eben im Schützengraben drin sitzt und dort irgendwas stammelst, dann hat das irgendwie ... Ist das viel, fast rauer und härter?

00:38:21: Ich sehe ein bisschen das mit dieser Sinnlosigkeit die eben dann Sinn macht, weil sie eben nicht mehr ... bereit ist, irgendetwas zu erklären oder zu beschreiben sondern einfach lebt sozusagen.

00:38:33: Oder kreatürlich ist auf eine Art ja vielleicht?

00:38:39: Ja von meiner Gefühl das ist mehr unruhig zu bleiben.

00:38:45: Einfach unruhmig zubleiben.

00:38:47: es ist eigentlich wie eine nass Seifenpastille kann man nicht angriffen, dass immer Rutsch.

00:38:58: Das rutscht immer davon?

00:38:59: Ja

00:38:59: oder ein Fisch in Teich, so etwas das immer rutschscht.

00:39:03: Das ist für mich diese

00:39:05: Vorstellung.

00:39:06: Es gab ja auch eine Tadaseife von Per Handelkorn.

00:39:10: Ah ja!

00:39:11: Das steckt im Pferd.

00:39:13: Vielleicht noch Hugo Ball um wieder ihn zu verwenden hat in seinem Buch die Flucht aus der Zeit.

00:39:18: auf der ersten Seite, neunzehn-dreizehn schreibt er, dass sich die Welt so darstellt einem, es herrscht ein Wirtschafts-Fatalismus und der weist uns allen eine Rolle und Funktion zu.

00:39:32: Und dann in der Mitte der Seite sagt er was notut ist eine Liga von Menschen die dem wieder stehen und am Schluss der Seite sagte wir brauchen eine Liger von Menschen, die quasi orgiastisch sich dem Gegenteil von all dem hingeben was nutzbar und brauchbar ist.

00:39:48: also quasi dieser Entzug aus der Produktion und das wäre vielleicht auch eine andere Art Unsinn für den Sinn, also quasi indem ich nichts tue mich aus diesem Wirtschaftsfortalismus rausziehe und das haben wir auch in der Pandemie relativ zügig gemerkt.

00:40:04: Also wer lieber mehr etwas tut dann kollabiert das ganze System.

00:40:08: und das war glaube ich so... Das könnte man sich auch quasi als Antwort für..

00:40:13: Also dass da eigentlich auch was Antikapitalistisches hat?

00:40:17: Ja, also durch die Verreigerung

00:40:19: ja

00:40:22: Gut ich glaube Das war insgesamt ein schönes Schlusswort auch, muss ich sagen.

00:40:28: Ich möchte zum Schluss doch noch einen dieser Texte hervorlesen von dir, Janet.

00:40:33: Ich weiß nicht genau wie man im Beton.

00:40:35: vielleicht gibt es noch verschiedene Möglichkeiten.

00:40:37: Ich überbrick mal die Zeit damit zu sagen dass Dada auch vermutlich von den ersten Wortäußerungen eines Kindes gehört auf dem Weg zum Spracherwerb.

00:40:46: also gut drittes Bild von oben rechts mit der Aha-Dada Eine Glaubensfrage.

00:40:54: Was ist gutes Leben?

Über diesen Podcast

Kultur im Gespräch.
Eric Facon diskutiert mit Gästen.

Wir tauschen Meinungen aus, Haltungen und Ideen. Wir diskutieren, debattieren, sinnieren. In frischen, offenen Gesprächen, vor Publikum oder am privaten Küchentisch. Im Moment via Zoom oder Skype.

Wir pflegen einen breiten Kulturbegriff.

Ein Gesprächs-Salon in Form eines Podcasts – mindestens dreimal pro Monat neu.

von und mit Eric Facon

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